Beiträge der Stiftung Privatmedizin, Nr.3

Korporatismus - Ein Auslaufmodell?!

 

Andreas Köhler

 

„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen“. Ausgerechnet dieses Zitat aus Wilhelm Tell von Friedrich Schiller und die daraus abgeleiteten Fragestellungen sind relevant für die Fragstellung im Titel: „Korporatismus- ein Auslaufmodell ?!“ Das Alte, der Korporatismus, die gemeinsame Selbstverwaltung stürzt, die Zeiten und damit die Gesundheitsversorgung in Deutschland ändern sich und deshalb blüht neues Leben aus welchen Ruinen, bitte?

 

Zu den Ruinen kann man sich leicht äußern, man muss nur in die Standespresse einsteigen, etwas was man angesichts so mancher martialischer Äußerung nur bedingt empfehlen kann: „Gesundheitsminister geht auf Ärzte los“ steht da in der Deutschen liebstes Leitmedium, und es geht, aber das ist ja schon fast nebensächlich, mal wieder um die Terminservicestellen. Korporatismus bedeutete ja in den letzten Jahrzehnten leider nur des letzten Jahrtausends, dass sich Interessenverbände, egal, ob Ärzte, Zahnärzte, Apotheker oder Krankenkassen als gleichberechtigter Partner des Staates mit diesem auf gleicher Augenhöhe gegenüberstehen und nicht als Auftragsempfänger. Man darf sich deshalb schon fragen, warum  sich diese Form seit über 60 Jahren bestehender Partnerschaft mit dem Staat eigentlich schon seit den 70er Jahren, aber verstärkt seit 15 Jahren, umgewandelt hat  in ein eher stark hierarchisiertes Verhältnis von Staat und Interessensverbänden, das aber immer noch  als gemeinsame Selbstverwaltung ohne staatliche Einmischung tituliert wird.

 

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